Künstliche Intelligenz und der „Super Recruiter“

Die Roboter kommen? Big Data wird mit den richtigen Algorithmen und hochentwickeltem Machine-Learning zur entscheidenden Waffe im „War for Talents“.

Wir schreiben das Jahr 2030 und R2C2, der allererste Recruiting-Roboter, wird der Welt präsentiert. R2C2 nutzt Künstliche Intelligenz, um menschliche Recruiter technisch zu übertreffen. R2C2 findet den perfekten Kandidaten in wenigen Nanosekunden, wo immer er oder sie sich auch verstecken mag. Er verwendet komplexe Algorithmen, um hoch entwickelte Machine-Learning-Analysen der Arbeitserfahrung, des Gesundheitszustands, der Fähigkeiten und der Persönlichkeit durchzuführen, darauf zielend den perfekten Kandidaten direkt an Ihren Schreibtisch zu teleportieren, sobald Sie auch nur an die Stellenanforderungen denken. Nur einigen wenigen menschlichen Recruitern ist es gelungen, aus den Krallen von R2C2 zu flüchten. Sie schlagen jetzt unter der Flagge der „Recruiting-Revolution“ zurück.

KI ist jetzt schon überall

Die oben beschriebene Szene mag sich wie ein Hollywood-Blockbuster anhören und das stimmt eigentlich auch. KI ist der neueste Hype und führt fast automatisch zum Gedanken: „Die Roboter kommen!“ Doch es gibt KI schon seit vielen Jahren. Tatsächlich werden wir alle jetzt schon täglich mit verschiedenen Formen von Künstlicher Intelligenz konfrontiert.

Wer nutzt nicht die charmante Siri auf dem iPhone als persönliche Assistentin, die über Spracherkennung die richtige App oder die perfekte Antwort auf Ihre Frage findet.

•  Oder was meinen Sie zu Google Photo, das Bilder in der Cloud mit Gesichtserkennung speichert, damit Sie ganz einfach alle Bilder von Ihrem Sohn oder alle Bilder mit Autos wiederfinden können.

•  Unternehmen wie Amazon und Zalando verwenden schon lange Algorithmen für maschinelles Lernen, um Ihnen auf Basis Ihres Kaufverhaltens diese coolen Sneaker unter „Könnte Ihnen auch gefallen“ zu zeigen.

Big Data als Hauptzutat

Wenn es um Hypes geht, dann zählt der Begriff „Big Data“ sicher zu der Top Three aller Trendlisten. Für künstliche Intelligenz ist Big Data sozusagen die Hauptzutat: „Kein Output ohne Input“. Man sieht immer öfter, dass Personalvermittlungsagenturen einen Data-Scientist (oder einen sogenannten Number-Cruncher) einsetzen, um den großen Berg an Daten in eHRM-Systemen zu analysieren. Einfache Fragen, wie „Warum verlassen Mitarbeiter unser Unternehmen?“ oder „Über welchen Kanal bekommen wir die besten Kandidaten für Stelle XYZ?“, können bisher noch nicht einfach beantwortet werden. Algorithmen für maschinelles Lernen können Korrelationen in Ihren bereits verfügbaren Daten finden und Ihnen überraschende Erkenntnisse zur Optimierung Ihres Recruiting-Prozesses liefern.

 

Chatbot macht den Match
Personalvermittlungsagentur Secretary Plus hat die KI-Sensation des Jahres 2017
Deren Chatbot „Stephanie“ wurde zunächst dafür entwickelt, die Fragen von Kandidaten zu bestimmten Jobs zu beantworten. Als man bemerkte, dass auch ziemlich viele Fragen von Kunden kamen, wurde „Stephanie“ etwas erweitert. Das Ergebnis waren zehn Stellenanfragen in nur zwei Wochen.

Doch das beste Ergebnis war, dass „Stephanie“ einem Kunden einen Kandidaten vorschlug und dieser direkt eingestellt wurde, ohne jegliche menschliche Einmischung.

 

Suchen und finden

Die meisten modernen Recruiting-Systeme enthalten bereits eine semantische Suchmaschine, die dem Recruiter dabei hilft, auf „intelligentere“ Weise zu suchen. Dies kann man eigentlich schon als Künstliche Intelligenz betrachten. Momentan funktionieren die meisten Maschinen allerdings noch mit Synonymalgorithmen und basieren auf menschlichem Input. Die Erwartung ist, dass diese Maschinen immer besser „lernen“ werden, wie sie ihre Suche besser abgrenzen und den Match noch besser vorhersagen können. Letztendlich können Sie KI dafür verwenden, um eine Auswahl geeigneter Kandidaten zu finden, doch der „Perfect Match“ ist immer noch (immerhin in den nächsten Jahrzehnten) von menschlicher Logik abhängig.

 

Recruiting und künstliche Intelligenz

Es gibt schon viele KI-Anwendungen am Markt, die Ihnen dabei helfen können, Ihr Recruiting zu optimieren. Hier einige Beispiele, die Ihren Prozess unterstützen könnten:

 

Intelligente Tools, die Sie proaktiv bei der Optimierung Ihrer Stellenanzeigen und dem Stil Ihrer Formulierungen beraten
Die Verwendung von KI zur Veröffentlichung von Stellen über die richtigen Kanäle, um die richtigen Zielgruppen anzusprechen
Digitale persönliche Assistenten, die Ihnen dabei helfen, Ihre Arbeitsweise zu optimieren und von Ihrem Verhalten lernen
Verhaltensanalysen, basierend auf Wortwahl, Sprachmuster und nonverbalem Verhalten, die die Eignung für einen bestimmten Job vorhersagen
Chatbots, die allgemeine Fragen von Kandidaten auf eine schnelle und effiziente Weise beantworten und sogar schon ein Vorstellungsgespräch planen können

 

Umarmen Sie die KI-Zukunft

Einer der wichtigsten Gründe, weshalb die Recruiting-Branche Künstliche Intelligenz umarmen sollte, ist der „War for Talent“. Der perfekte Kandidat wartet nicht darauf, dass Sie das ideale Stellenangebot auf Ihrer Karriereseite publizieren. Wir leben in einer verbundenen Welt, also könnte der perfekte Kandidat sich genauso gut in Brasilien oder Australien befinden und zudem gar nicht auf der Suche nach einem neuen Job sein. Wie hier beschrieben, nimmt KI verschiedene Formen an. Wenn alle unterschiedlichen Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz bietet, kombiniert werden und der Recruiter seine eigenen einzigartigen Fähigkeiten damit kombiniert, dann entsteht ein „Super Recruiter“.

Am Ende geht es nämlich nicht darum, schneller, sondern intelligenter zu arbeiten (im Zusammenspiel mit KI). //

 

von Frank Gielen

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