Betriebliche Gesundheit und ihr Management

Anforderungen an die Organisation

Was ermöglicht in komplexen Organisationen eine grundlegende Handlungsorientierung für die Entwicklung und Umsetzung hin zu einer gesunden Organisation?
Einen verlässlichen Rahmen für werteorientiertes Handeln finden Unternehmen in den Forschungen über die Entstehung und Erhaltung gesundheitsförderlicher Arbeit. Entscheidende Impulse bildeten sich aus dem Salutogenese-Konzept von Antonovsky (1997).(8) In der Umkehrung der Frage von krankheitsfördernden Bedingungen zugunsten von gesundheitserhaltenden Ressourcen arbeitete er den Kern gesunden Leistens heraus: das Kohärenzgefühl.

Entscheidende Gesundheitsfaktoren sind:

  • Verstehbarkeit: Verstehe ich die Zusammenhänge, Einflüsse und Dynamiken im Unternehmen?
  • Wirksamkeit: Verfügen die Mitarbeiter über die notwendigen Ressourcen, die verschiedenen Anforderungen zu bewältigen und den Belastungen wirksam zu begegnen?
  • Sinnhaftigkeit: Finden Mitarbeiter Bedeutung und Sinn in ihrem Tun? Erleben sie einen bedeutsamen Beitrag zu leisten?

Anhand der personalen, sozialen und systemischen Dimensionen werden folgend Anforderungen und Entwicklungsansätze für gesunde und resiliente Entwicklungen herausgearbeitet.

Dimension personale Kompetenzen

Führungskräfte
Mitarbeiter in verantwortlichen Positionen benötigen Klärungen für den eigenen Umgang mit Anforderungen und Belastungen, Dynamik und Komplexität im Unternehmen. Sensibilisierung für die eigene Lebensführung, aktive Stressbewältigung und Stärkung persönlicher Resilienz stehen im Fokus.
Reflexionen zu diesen Themen ängstigen. Leistungsorientierte Führungskräfte kompensieren häufig Überlastung und blenden Anzeichen von Überforderung aus. Wie und mit wem darüber sprechen? Persönliches Coaching erweist sich durch seine situative Bezogenheit als effektive Begleitung in der persönlichen Entwicklung. Die Kompetenz gesunder Selbstführung kann in geeigneten Lernsettings trainiert werden: Führungskräftetraining, kollegiale Beratung, Gesundheitszirkel, Coachingangebote.
Für die Mitarbeiter bewähren sich Angebote zur Stressbewältigung und entsprechende Trainingsformen, die Reflexion für den eigenverantwortlichen Umgang mit Gesundheitsfragen ermöglichen.

Perspektive „Leistungsgrenzen“
Wie wird in Unternehmen über persönliche Leistungs„grenzen“ gesprochen?
Menschen als unbegrenzt belastbar zu beschreiben, verdient zynisch genannt zu werden. Jeder Mitarbeiter benötigt Regeneration und Begrenzung der Anforderungen. In einer Welt unbegrenzter Steigerungslogik über Leistungsgrenzen zu sprechen, erfordert die Paradoxien des Effizienzstrebens zu sehen und auf Überforderung kulturelle Antworten bereitzustellen.

Darüber hinaus tragen moderne Arbeitsformen mit hoher Selbstverantwortung und wachsender Entscheidungskompetenz der Mitarbeiter in sich eine Tendenz zur Selbstausbeutung.

Welche Auswege jenseits der „Krankschreibung“ werden Führungskräften bei Überlastung angeboten? Darf ein Mitarbeiter eine Aufgabe ablehnen, wenn er ausgelastet ist? Und ist es Führungskräften möglich, Mitarbeiter vor Selbstausbeutung und Überforderung zu schützen?
Der gekonnte Umgang mit Leistungsgrenzen sichert nachhaltige Leistung und Leistungsbereitschaft.
Die Glaubwürdigkeit ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements entscheidet sich am Umgang mit dieser Frage!

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